2008

Internationales Stipendienprogramm zur Geschichte des 20. Jahrhundert

Erfolgreich abgeschlossen!

„Europa ist ein facettenreicher, farbenprächtiger Flickenteppich, der nirgends auf Erden seinesgleichen findet.“ Auf diese treffende Weise hat der britische Historiker Timothy Garton Ash einmal den Alten Kontinent charakterisiert. Europa kann aber auch als Summe seiner Kulturen und deren Geschichte und damit zugleich als neues Ganzes beschrieben, geschrieben und dargestellt werden, eine Tatsache, die zukünftig noch stärker als bisher als unser gemeinsames Erbe begriffen werden sollte. Bei der Entwicklung multiperspektivischer Darstellungsweisen dieser gemeinsamen Geschichte stehen die Museen, Gedenkstätten und Forschungseinrichtungen vor der großen Aufgabe, die Nahtstellen, Kontraste und Ähnlichkeiten dieses „Flickenteppichs“ erfahrbar werden zu lassen.

Wie können Museen, Gedenkstätten, Archive und Forschungseinrichtungen einen Beitrag dazu leisten, dass das Geschichtsbewusstsein auch die grenzüberschreitenden historischen Beziehungen wahrnimmt? Wie kann die europäische Geschichte in Ausstellungen wissenschaftlich begründet, ethisch angemessen und pädagogisch wirkungsvoll vermittelt werden? Mit diesem Anliegen hatte die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ im Jahr 2005 zusammen mit dem Deutschen Museumsbund und ICOM Deutschland das „Internationale Stipendienprogramm zur Geschichte des 20. Jahrhunderts“ ins Leben gerufen.

Das auf drei Jahre angelegte Programm ermöglichte jüngeren Mitarbeiter/innen und wissenschaftlichen Volontär/innen an deutschen, europäischen sowie israelischen Einrichtungen Arbeitsaufenthalte an historischen Orten, Museen, Gedenkstätten und Archiven. Die geförderten Projekte dienten der Erforschung und Dokumentation der Geschichte demokratischer und antidemokratischer Bewegungen im 20. Jahrhundert – insbesondere von Diktatur- und Besatzungserfahrungen und des Holocausts.

Die am 13. und 14. März 2008 im Deutschen Historisches Museum in Berlin durchgeführte Abschlussveranstaltung des Internationalen Stipendienprogramms fand unter Beteiligung von Stipendiaten und Vertretern aus den deutschen geförderten Institutionen sowie aus den jeweiligen Partnerinstitutionen des Auslands – wie z. B. Israel, Polen, Serbien, Russland, Ukraine und Belarus – statt. Neben der Präsentation einer Auswahl geförderter Projekte wurden im Rahmen des Kolloquiums die zunehmende Bedeutung und Verwendung neuer Medien in Ausstellungen, die Möglichkeiten der multiperspektivischen Betrachtung musealer Darstellungen – z. B. Opfer- versus Täterperspektive – und die Unterschiede in den verschiedenen nationalen Geschichtsdarstellungen und -interpretationen diskutiert. Das Kolloquium diente vor allem aber dem Austausch von Erfahrungen und der Stärkung von Netzwerken, die die Grundlage für gemeinschaftliche Folgeprojekte bilden oder Anstoß für weitere Kooperationen geben können.

Unser Dank gilt der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, die sich neben der humanitären Hilfe für die noch lebenden Opfer des Nationalsozialismus, auch die Unterstützung internationaler Initiativen für Demokratie und Menschenrechte und die Förderung von Projekten zur Auseinandersetzung mit der Geschichte zum Ziel gesetzt und die die Mittel für das Internationale Stipendienprogramm bereitgestellt hat.

Nähere Informationen zu dem Programm, den geförderten Projekten und den Ergebnissen finden Sie unter >> www.austausch-museen.de

Jahrestagung und Mitgliederversammlung 2008 erfolgreich durchgeführt

Amsterdam, Holzschuhe (Foto: Claudecf)

Amsterdam (Niederlande), 9.-11. Oktober 2008
Museen – Orte der kulturellen Bildung und Integration
und Exkursion am 12. Oktober 2008

ICOM Deutschland führte seine Jahrestagung in Amsterdam durch und setzte die Tradition fort, Einblicke in die Museumslandschaft der Nachbarländer zu gewinnen und engere Kontakte zu den dortigen Nationalkomitees und Museen aufzubauen.

Das Thema der Veranstaltung lautete “Museen – Orte der kulturellen Bildung und Integration“. Die gemeinsam mit ICOM Niederlande organisierte Tagung diente dem Austausch von Erfahrungen im Bereich der kulturellen Bildung und Integration im Museum. Es wurden Projekte vorgestellt, die Wege aufzeigen, um die Chancen der Museen als Forum des interkulturellen Dialogs besser zu nutzen.

Das Rahmenprogramm bot Gelegenheit, die aktuelle Entwicklung Amsterdams als Stadt der Museen kennen zu lernen. Im Anschluss an die Tagung fand am Sonntag, 12. Oktober 2008, eine Exkursion nach Haarlem mit Museumsbesuchen statt.

Die Mitgliederversammlung wurde im Rahmen der Jahrestagung am 11. Oktober 2008 durchgeführt.

Tagungsprogramm (.pdf)
Abstracts (.pdf)
Tagungsbericht (.pdf)

ICOM Europe-Tour 2008

Tirana, Korça, Ohrid, Bitola, Vergina, Thessaloniki und Istanbul
28. September bis 5. Oktober 2008
Zwischen dem Alten und Neuen Europa

Eine „rollende Konferenz und Studienreise“ von Albanien über EJR Mazedonien und Griechenland bis in die Türkei, veranstaltet von ICOM Europe in Kooperation mit ICOM Albanien, ICOM Mazedonien, ICOM Griechenland, ICOM Türkei und ICOM Deutschland.

Fotos der ICOM Europe-Tour 2008 unter >> Flickr
Weitere Informationen zur ICOM Europe-Tour finden Sie unter >> Webseite ICOM Europe

Tagungsprogramm (.pdf)

Bedeutende Stätten des Kulturerbes in China schwer beschädigt

Plakat Konzert für Sichuan

Benefizkonzert

ICOM Europe und ICOM Deutschland organisierten
am 31. August 2008 ein Benefizkonzert
im Deutschen Historischen Museum in Berlin

Das Erdbeben in der Provinz Sichuan (China) am 12. Mai 2008 hat 69.142 Menschenleben gefordert, mehrere hundert Tausend Menschen verletzt und über 1 Mio. Menschen obdachlos gemacht. Von den Überschwemmungen in den darauf folgenden Wochen sind die Menschen erneut hart getroffen worden. Dass durch das Erdbeben auch zahlreiche bedeutende Stätten des Kulturerbes schwer beschädigt worden sind, ist in den deutschen und europäischen Medien wenig zur Kenntnis genommen worden.

ICOM Europe und ICOM Deutschland haben mit einem Benefizkonzert im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums in Berlin am 31. August 2008 erfolgreich ein Zeichen gesetzt und zahlreiche Spenden eingenommen, die zugunsten der erdbebengeschädigten Museen in Sichuan eingesetzt werden.

Weitere Informationen finden Sie hier: >>  mehr

Nach dem verheerenden Tsunami 2004 in Südasien hat ICOM einen Internationalen Krisenstab für Museen in Not ins Leben gerufen (Disaster Relief for Museums). Dieser unterstützt Museen, die durch Naturkatastrophen oder durch den Menschen verursacht (Krieg, Bürgerkrieg, Terrorismus) Schaden genommen haben. Der Krisenstab greift immer dann ein, wenn ein Land mit der Größe der Schäden überfordert ist. Mehr hierzu auf der >> Webseite Disaster Relief for Museums

Kulturelle Vielfalt

Logo

Die UNESCO beging am 21. Mai 2008 den "Welttag der Kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung" mit einer Festveranstaltung in Paris.
>> Webseite UNESCO

Die zentrale deutsche Veranstaltung zum Welttag fand am 24. Mai 2008 in der Gartenstadt Atlantic in Berlin statt. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission. Weitere Informationen zum deutschen Aktionstag finden Sie auf der
>> Webseite Lichtburg-Stiftung

Am 20./21. Mai 2008 fand in Berlin/Neukölln die 6. Konsultation der "Bundesweiten Koalition für Kulturelle Vielfalt", zu der Vertreter staatlicher und nichtstaatlicher Kulturinstitutionen gehören, statt. Sie begleitet die Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in Deutschland.
>> Pressemitteilung Deutsche UNESCO-Komission

>> mehr zur Kulturellen Vielfalt

31. Internationaler Museumstag 2008

Plakat zum Internationalen Museumstag 2008 in Deutschland

Sonntag, 18. Mai 2008
Museums as agents of social change and development
Museen und gesellschaftlicher Wandel

Unter dem Motto „Museums as agents of social change and development / Museen und gesellschaftlicher Wandel“ begingen die Museen im Mai 2008 weltweit den Internationalen Museumstag. In Deutschland, Österreich und der Schweiz fand das Ereignis am Sonntag, dem 18. Mai 2008, statt.

Museen stehen „im Dienst der Gesellschaft“. Diese Kernaussage der weltweit anerkannten Museumsdefinition des Internationalen Museumsrats ICOM verdeutlicht den Auftrag der Museen, Brennpunkte des kulturellen Lebens und Orte des gesellschaftlichen Dialogs zu sein.

Das Motto lud alle Museen ein, sich mit eigenen Beiträgen an der Gestaltung eines anregenden und vielseitigen Programms für die Bürger ihrer Stadt, ihrer Region oder ihres Landes zu beteiligen.

Zum Auftakt des Internationalen Museumstages am 18. Mai 2008 fand zum dritten Mal europaweit die „Nacht der Museen“ statt.

Mottoerklärung (.pdf)
Pressemitteilung zum Internationalen Museumstag 2008 (.pdf)

Neuer Vorstand gewählt

Die Mitgliederversammlung des Deutschen Nationalkomitees des Internationalen Museumsrats ICOM hat am Montag, 3. Dezember 2007, auf ihrer Jahresversammlung im Staatlichen Museum für Völkerkunde in München den Präsidenten und Vorstand von ICOM Deutschland für die Wahlperiode 2008-2010 gewählt.

Präsident
Dr. York Langenstein

Vorstand
Prof. Dr. Rosmarie Beier-de Haan
Prof. Dr. Lothar Jordan
Dr. Christoph Lind
Dr. Anette Rein
Dr. Klaus Weschenfelder
Dr. Gerhard Winter

Newsletter 01/2008 "Der neue Vorstand von ICOM Deutschland stellt sich vor" (.pdf)

 

>> Presse

Aktuelle Pressemitteilungen >

>> Newsletter

Aktuelles, Termine, Vorschau >

>> Archiv

Vergangene Veranstaltungen >

>> Deutsche Ansprechpartner in ICOM

Deutsche Mitglieder in Komittees und Gremien von ICOM >

Dunkers Kulturhus, Foto: Ursula Röper

>> Jahrestagung 2017

Tagungsbericht von Ursula Röper >

Umschlag Mitteilungen 2017

>> Mitteilungen 2017

Lesen Sie mehr >

Logo Rote Listen von ICOM

>> ICOM Rote Listen

ICOM gibt für die Krisen- und Konfliktregionen dieser Welt „Rote Listen“ des gefährdeten kulturellen Erbes heraus >

>> Rückblick auf die ICOM-Generalkonferenz 2016

Tagungsbericht von Klaus Weschenfelder >

Umschlag Präventive Konservierung. Ein Leitfaden

>> Präventive Konservierung

Leitfaden "Präventive Konservierung" in der Reihe "Beiträge zur Museologie" erschienen >

Umschlag Ethische Richtlinien

>> Ethische Richtlinien für Museen

Die weltweit anerkannten „Ethischen Richtlinien für Museen“ (Code of Ethics for Museums) >