ICOM Deutschland beteiligt sich am 5. November von 14:00 bis 16:00 Uhr im MUTEC-Forum, Halle 4, mit einem Beitrag zum Thema „Sicherheit für Museen im Zeitalter der Cyber-Kriminalität“. Seien Sie dabei und erfahren Sie, wie sich digitale und physische Sicherheit verbinden lassen, um Museen, Bibliotheken und Archive besser zu schützen.
Sicherheit für Museen im Zeitalter der Cyber-Kriminalität
Cyber-Kriminalität ist für Museen längst kein Randthema mehr. Immer häufiger hören wir von Ransomware und anderen Cyber-Attacken auf Museen, Bibliotheken und Archive. Die Bedrohungsszenarien sind dabei unterschiedlich, können aber, sowohl für kleine als auch große Einrichtungen massive Auswirkungen haben, mit denen sie über Jahre zu kämpfen haben. Wir wollen mit Expert:innen darüber sprechen, warum Kulturerbeeinrichtungen mit vernetzter Sicherheitstechnik, sensiblen Leih- und Versicherungsdaten sowie knappen IT-Ressourcen attraktive Ziele sind und wo physische und digitale Sicherheit heute ineinandergreifen und welche Grundlagen in Organisation und Technik den größten Unterschied in der Abwehr machen. Wie schaut man auf, wie beurteilt man in der Industrie, bei der Polizei, in den betroffenen Häusern, und bei den beratenden IT-Experten die sich immer dynamischer entwickelnde Lage im Bereich der Cyber-Kriminalität?
Moderation
Prof. Dr. Stefan Simon (Moderator)
Prof. Dr. Stefan Simon ist seit 2005 Direktor des Rathgen-Forschungslabors der Staatlichen Museen zu Berlin. Als Gründungsdirektor des Institute for the Preservation of Cultural Heritage (IPCH) bei Yale hat Stefan Simon die Entwicklung nachhaltiger Konservierungsstrategien priorisiert, angetrieben von der Debatte zum Klimawandel und dem „Grünen Museum“. Simon wurde vom US-Außenministerium 2024–25 an der Carleton University in Ottawa im Rahmen des Fulbright U.S. Scholar Programms mit einem Distinguished Research Chair in Arts and Social Sciences ausgezeichnet. Stefan Simon ist seit Dezember 2025 Vorstandsmitglied von ICOM Deutschland und seit März 2026 Präsident des Internationalen ICOM-Komitees ICOM Security.
Expert:innen
Axel Allerkamp
Seit 2017 Leiter in schwerwiegenden Sicherheitsvorfällen und Krisen. Zwölf Jahre Offizier der Bundeswehr, danach Informationssicherheit in Konzernen und Mittelstand. Begleitung von Geschäftsführung, CISOs und Incident Leads in der DACH-Region. Co-Autor mehrerer Fachbücher zu Informationssicherheit und Krisenmanagement.
Sein Fokus: der Mensch unter Druck und Führung, die Orientierung gibt
René Allonge
René Allonge ist Erster Kriminalhauptkommissar und leitet seit 2009 die Fachdienststelle für Kunstdelikte im Landeskriminalamt Berlin. Zu seinen Aufgaben gehört insbesondere die Aufklärung von Kunstdiebstählen, darunter Einbrüche in Museen. Bundesweite Aufmerksamkeit erlangte seine Dienststelle durch die Ermittlungen, die 2010 zur Überführung des Kunstfälschers Wolfgang Beltracchi führten. Im Jahr 2015 spürte Allonge im Rahmen von Ermittlungen in Bad Dürkheim zahlreiche Monumentalskulpturen der NS-Bildhauer Josef Thorak, Arno Breker und Fritz Klimsch auf. 2019 war er an der Wiedererlangung der fünf Alten Meister beteiligt, die im berühmten Kunstraub von Gotha im Dezember 1979 aus Schloss Friedenstein gestohlen wurden.
Torsten Cech
Leiter Technik und Sicherheit des Museums der bildenden Künste Leipzig, Sprecher der Themenbereichs Sicherheit im Arbeitskreis Sicherheit und Gebäudemanagement des DMB, aktiv in den Arbeitskreisen ICOM Security und Somm, ständiges Mitglied der Prüfungsausschüsse Sachkunde, Fachkraft, Servicekraft und Meister im Bewachungsgewerbe und selbstständiger Sicherheitsberater.
Paulina Florjanowicz
Paulina Florjanowicz, PhD, is an archaeologist and expert in cultural heritage management, with more than twenty years of experience in senior public sector roles across Poland’s cultural heritage institutions, as well as in NGOs and European bodies. She is a long-standing member of ICOM, currently serving on the board of ICOM Poland, and has sat on ICOM’s International Committee for Museum Security (ICOM Security), with expertise extending to museum security, resilience strategies, and fighting crime against cultural heritage. She serves on the executive board of Network of European Museum Organisations and has sat on numerous European expert panels, including the European Heritage Label panel and the European Capital of Culture jury. She is also a researcher in the theory of archaeology and its relationship to politics.
Remigiusz Plath
Remigiusz Plath war Berater bei BCG Platinion und BearingPoint und begleitete Organisationen in Fragen der IT-Strategie, IT-Architektur und Informationssicherheit. Anschließend verantwortete er als Director IT and Information Security Strategy die IT-Strategie und Informationssicherheit einer Stiftungsgruppe mit eigenen Museen. Er ist Experte für Informationssicherheit und Mitglied von ICOM IC Security.
Katja Sternitzke
Katja Sternitzke ist studierte Vorderasiatische Archäologin. Ursprünglich aus dem Museumsbereich kommend, ist sie seit 2021 beim Projektverbund NFDI4Culture an der Staatsbibliothek zu Berlin als wissenschaftliche Referentin und Community-Managerin für die Schwerpunktthemen Digitalisierung und Resilienz im GLAM-Bereich tätig. Ihre Themen sind die strategische Digitalisierung und Erschließung von Sammlungen, Hand in Hand gehend mit digitalem Kulturgutschutz und Resilienzstrategien für Kulturerbedaten.
Lion Vollnhals
Mitgründer der Giant Monkey GmbH, leidenschaftlicher Technologe und Softwarearchitekt mit langjähriger Erfahrung in der Entwicklung komplexer digitaler Lösungen. Gemeinsam mit seinem Team hat er go~mus, die Software für Besuchermanagement in Museen und Kultureinrichtungen, entwickelt. Er verbindet strategisches Denken mit einer ausgeprägten Hands-on-Mentalität und beschäftigt sich besonders gerne mit skalierbaren Systemen, modernen Technologien und der Frage, wie sich innovative Softwarelösungen sicher, nachhaltig und praxisnah gestalten lassen.
Dr. Ing. Martin Zavesky
Martin Zavesky studierte von 2001 bis 2007 Medieninformatik an der Technischen Universität Dresden und war anschließend an der Professur Mediengestaltung als Wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. 2012 promovierte er zum Thema wahrnehmungsrealistischer Projektion anthropomorpher Formen und wechselte 2015 in die Abteilung Forschung und wissenschaftliche Kooperation der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Von 2018 bis 2025 war Martin Zavesky Referent Digitale Strategie in der Generaldirektion und seit 2025 leitet er das Referat Digitale Transformation. Internes Consulting, Projektmanagement und die Entwicklung neuer Digitalen Angebote und Formate in den Museen gehören zu seinen Aufgaben.
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