Pressemitteilung: ICOM verabschiedet aktuelle Ethische Richtlinien für Museen weltweit
Paris, 25. Juni 2026. Der Internationale Museumsrat ICOM (International Council of Museums), die weltweite nichtstaatliche Organisation von Museen und Museumsfachleuten, die sich für die Erforschung, Bewahrung, Pflege und Vermittlung des materiellen und immateriellen Kulturerbes einsetzt, hat bei ihrer 41. Ordentlichen Generalversammlung in Paris die überarbeiteten Ethischen Richtlinien für Museen (ICOM Code of Ethics for Museums) verabschiedet.
Der Internationale Museumsrat setzt sich für die Erforschung, Erhaltung, Weitergabe und Vermittlung des weltweiten Kultur- und Naturerbes ein. Mit über 67.000 Mitgliedern in 139 Ländern und Territorien bildet er ein weltweites Netz von Museumsfachleuten aller Disziplinen und Spezialisierungen. 2026 feiert er sein 80-jähriges Bestehen.
Die weltweite Museumsgemeinschaft hat nun die erste umfassende Überarbeitung ihrer Ethischen Richtlinien seit 2004, die in einem mehrjährigen partizipativen Prozess entwickelt wurden, verabschiedet.
ICOM Deutschland begrüßt die Revision mit den fünf Kernprinzipien ‚Gesellschaft‘, ‚Professionalität‘, ‚Bildung‘, ‚Sammlung‘ und ‚Governance‘. Kulturerbe wird in den Ethischen Richtlinien erstmalig als materiell, immateriell und digital verstanden. Neu oder verstärkt adressiert werden in den Richtlinien der verantwortungsvolle Einsatz digitaler Technologien und Medien – einschließlich solcher Risiken wie Falschinformationen, Umweltwirkungen und Datensouveränität. Die Richtlinien gehen auch auf die Klimakrise und Nachhaltigkeit ein, setzen sich mit der Rolle der Museen im Kolonialisierungsprozess auseinander, der Provenienzforschung in Sammlungen, Restitution und Rückgabe von Kunstwerken und Ausstellungsinhalten. Hinzu kommen die Rechte indigener Gemeinschaften und ihrer Zustimmung zur Ausstellung ihres kulturellen Erbes. Zudem steht die Achtung der Menschenrechte, der Kampf gegen Diskriminierung und systemischen Rassismus, sowie das physische, psychische und emotionale Wohlergehen der Mitarbeitenden und faire Arbeitsbedingungen im Fokus. Integriert wurde auch die 2022 in Prag verabschiedete ICOM Museumsdefinition. Zu den einzelnen Inhalten des ICOM Code of Ethics werden nun schrittweise vertiefende und laufend aktualisierbare Leitfäden für die Praxis herausgegeben.
„Als berufsethische Standardwerke sind die Ethischen Richtlinien und die Museumsdefinition von zentraler Bedeutung für die Museumsarbeit weltweit. ICOM Deutschland begrüßt, dass die Richtlinien nun stärker ein gesellschafts-, partizipations- und werteorientiertes Verständnis von Museumsarbeit vermitteln. Der neue Code of Ethics versteht sich als lebendiges Werk, das in den Museen in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen Museen Orientierung gibt, um sich weiterzuentwickeln und ihre ethische Verantwortung wahrzunehmen“, so Paul Spies, Präsident von ICOM Deutschland.
Weitere Informationen unter www.icom-deutschland.de und https:icom.museum
ICOM Code of Ethics: Code-of-Ethics_2026_EN-1.pdf
Pressekontakt: SteinbrennerMüller I Kommunikation mail@steinbrennermueller.de I +49 30 47372192
ICOM Code of Ethics for Museums