Das Auswärtige Amt hat im Februar den dritten deutschen Staatenbericht zur Umsetzung der UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen an die UNESCO in Paris überreicht. Dies ist auch für alle ICOM Mitglieder eine interessante Ressource.

Der Bericht zeigt, dass Bund, Länder, Kommunen sowie Akteure der Zivilgesellschaft von 2016 bis 2019 eine Vielzahl innovativer und wirksamer Maßnahmen zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und durch Deutschland ergriffen haben.

Die produktive Zusammenarbeit bei der Erarbeitung dieses Berichts ist ein Muti-Stakeholder-Projekt.

Die PDF-Versionen (Deutsch und Englisch) finden Sie ab sofort unter folgendem Link.

Die Deutsche UNESCO-Kommission und ICOM Deutschland wünschen eine anregende Lektüre!

Das letzte Jahr war anstrengend und für die Museen weltweit eine Herausforderung. Die Pandemie hat uns alle getroffen und einmal mehr gilt es, dass Frauen ihre Positionen nutzen, um die Welt positiv zu gestalten und das Miteinander zu fördern. Deshalb ist es so wichtig, sich mitunter an jenen Frauen zu orientieren, die sich aktiv für die großen und kleineren Themen im Weltgeschehen einsetzen.

In den letzten beiden Jahren war dies neben der jungen Umweltaktivistin Greta Thunberg, vor allem Kamala Harris, die als erste schwarze Frau mit indischer Mutter zur Vizepräsidentin der USA gewählte  wurde. Als ehemalige Richterin und Senatorin tritt sie für Demokratie und Gerechtigkeit ein. Es erscheint einem fast unzeitgemäß, dass selbst im 21. Jahrhundert darüber eigens über die Hautfarbe berichtet wird, über ihre indischen Wurzeln mütterlicherseits und die Tatsache erwähnt, dass sie als erste Frau Vizepräsidentin der USA geworden ist. Man sollte meinen, dass ihre politische und menschliche Haltung die einzigen ausschlaggebenden Argumente sein sollten. Da erscheint eine kleine, alte Frau aus Indien fast noch bemerkenswerter, die mit ihrem Widerstand gegen den indischen Premierminister Narendra Modi und dessen neu eingeführtes “Citizenship Amendment Act”, das Muslime diskriminiert, aufgerufen hat. Bilkis Dadi (eigentlich Bilkis Bano, dadi bedeutet Großmutter) hat es mit ihrem Protest zu einer weltweiten Anerkennung geschafft und wurde vom Time Magazin zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten des Jahres 2020 gekürt. Und noch eine Stimme – unter vielen anderen – macht Mut: Im Kampf gegen die Vertreibung und Auslöschung von indigenen Völkern hebt sich die 34-jährigen Nemonte Nenquimo, der Führerin der Waorani-Nation in Ecuador hervor. Wie auch viele andere indigene Gemeinschaften weltweit, stehen die Waorani an vorderster Front und verteidigen das Land, das sie am besten kennen. Nenquimo hat sich erfolgreich gegen den Plan der ecuadorianischen Regierung erhoben, der Ölfirmen erlauben wollte, in einem von Waorani bewohnten Gebiet des Amazonas Bohrungen vorzunehmen. Während gelegte Feuer große Teile des Regenwaldes im Amazonasgebiet vernichten, hat sie es geschafft, weltweit die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, was die Klimakrise für ihr Volk bedeutet.

Mutige, weitsichtige Frauen treten tagtäglich dafür ein, das auch die pluralistische Museumswelt von zentraler Bedeutung für unser Miteinander ist: die Wahrung unserer natürlichen Ressourcen sowie die Vielfalt des kulturellen Ausdrucks und Erbes, das Schützen indigener Bevölkerungsgruppen und das bewusste Eintreten für Gleichberechtigung aller sind einige der zentralen Themen. Sie begleiten aktuell gesellschaftliche Prozesse, machen aufmerksam auf politische Übergriffe oder aktive Zerstörung von Kultur und initiieren den Dialog miteinander. Der Klimawandel, die veränderte geopolitische Lage, das Auseinanderdriften der ökonomischen Ströme sowie die aktuelle Pandemie stellen für die Museumswelt vor enorme Herausforderung. Sie ist eng verschwistert mit der Frage nach der Relevanz der Museen als Orte des kulturellen Verständnisses und Erbes, die aktuell weltweit breit diskutiert wird.

Im Zeichen des Weltfrauentags wünschen wir allen Frauen, die sich dem kulturellen Erbe der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verpflichtet fühlen und aktiv in der Museumswelt mitwirken, die notwendige Kraft, diesen Herausforderungen zu begegnen und zu positiven Entwicklungen und neuen Gestaltungsformen beizutragen. Die Tatsache, dass mittlerweile 49 % aller Stellen in Museen von Frauen besetzt sind, zeigt, wie entscheidend Frauenpower bereits die Geschicke unserer pluralen Museumslandschaft, für die Deutschland in der Welt berühmt ist, lenkt.

Herzlichst,

Ihre Beate Reifenscheid

Vor einem Jahr habe ich zusammen mit indischen Kolleg*innen eine Winterschule zu „The Public Lives of Objects“ am Srishti Institute for Art, Design and Technology in Bengaluru unterrichtet. Wichtige Themen war die koloniale Vergangenheit und Unabhängigkeit Indiens aber auch die aktuelle politische Situation und der Umgang mit dieser in Museen. Es war meine letzte Fernreise vor Ausbruch der Covid-19 Epidemie.

Die Welt hat sich seitdem sehr verändert und auch das Leben und Arbeiten der Menschen, mit denen ich vor einem Jahr im Austausch war. Viele der Weber*innen, mit denen wir zum Beispiel über die Rolle Ihres Handwerks für Museen sprachen, ihre Familien und Gemeinschaften sind heute ohne Arbeit und damit ohne Existenzgrundlage.

Aber es gab auch Gutes zu berichten. Unsere Stipendiatin Medhavi Gandhi, die bis kurz vor der Covid-19 Epidemie zu Besuch bei uns in Berlin war, konnte nach ihrer Heimkehr den gemeinsamen Social Media Guide für Kultureinrichtungen, der auf Ihrer Arbeit auch mit Museen in Deutschland basiert, fertigstellen. Diese wichtige Handreiche ist nun zum Download auf unserer Webseite verfügbar.

Wie geht es weiter? Für den April, wenn Fernreisen hoffentlich wieder möglich sein werden, erwarten wir den Besuch von Annapurna Mamidipudi, einer indischen Wissenschaftlerin und Aktivistin, um über den weiteren Dialog zur Rolle von Objekten, (lebendigen) Praktiken und deren (öffentliche) Geschichte nachzudenken. Ziel ist eine gemeinsame Veranstaltung und eine daraus resultierende Publikation.

Bis dahin wird noch Zeit vergehen aber unsere Gedanken sind bei den indischen Kolleg*innen, deren Museen und Museumsakteur*innen vor vermutlich noch größeren Herausforderungen stehen als wir aktuell in Deutschland. Dies ist eine wichtige Erinnerung, dass wir diese globale (Museum-) Krise nur gemeinsam meistern können. Wir wünschen uns dazu die nötigen Ideen, Kraft, Ausdauer und Ressourcen.

Die neun Nominierten für den 2020 von Bund und Ländern erstmals gemeinsam ausgelobten Deutschen Preis für Kulturelle Bildung „KULTURLICHTER“ stehen fest. Aus ihnen werden im nächsten Schritt drei Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt und am 11. März 2021 um 19.00 Uhr im Rahmen einer digitalen Preisverleihung bekanntgegeben, die per Livestream auf www.kulturlichter-preis.de übertragen wird. Die Jury hat über die 129 eingegangenen Bewerbungen beraten und neun Projekte in drei Kategorien nominiert.

Der KULTURLICHTER-Preis wird in drei Kategorien vergeben: den Preis des Bundes verleiht Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Er zeichnet ein Projekt aus, das bundesweit zur Anwendung gebracht werden kann. Den Preis der Länder verleiht der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Bernd Sibler. Er würdigt ein Projekt, das regional oder interregional übertragen werden kann. Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert.


Über den Preis in der Kategorie „Preis des Publikums“ entscheidet ein öffentliches Online-Voting, das am 4. März startet.

 

Vollständige Pressemitteilung (PDF)

Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie unter www.kulturlichter-preis.de

Donnerstag, 11. Februar 2021 17:00 CET

Das ICOM Comitee for Ethical Dilemmas hat alle ICOM Mitglieder zu einer Informationsveranstaltung zur bevorstehenden Überarbeitung der ICOM Ethischen Richtlinien eingeladen. Parallel zum Prozess der neuen Museumsdefinition hat ICOM ihren Ethikausschuss (ETHCOM) gebeten, eine Überarbeitung der Ethischen Richtlinien für Museen zu veranlassen. Alle ICOM-Mitglieder sind eingeladen daran mitzuarbeiten, was in den aktuellen Richtlinien fehlt und was erforderlich ist, um sie zu einem noch leistungsfähigeren Werkzeug für die heutige Museumsarbeit zu machen. Diese Erhebung hilft ICOM festzustellen, ob zu diesem Zeitpunkt eine Überarbeitung der Ethischen Richtlinien nötig und sinnvoll ist.

Alle Informationen und Ergebnisse finden Sie unter: https://www.ic-ethics.museum

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