Aus aktuellem Anlass veröffentlichen die unterzeichnenden Institutionen folgende Stellungnahme: Due to current events, the following institutions publish this statement:
Statement In recent weeks, there have been several attacks on works of art in international museum collections. The activists responsible for them severely underestimate the fragility of these irreplaceable objects, which must be preserved as part of our world cultural heritage. As museum directors entrusted with the care of these works, we have been deeply shaken by their risky endangerment.
Museums are places where people from a wide variety of backgrounds can engage in dialogue and which therefore enable social discourse. In this sense, the core tasks of the museum as an institution – collecting, researching, sharing and preserving – are now more relevant than ever. We will continue to advocate for direct access to our cultural heritage. And we will maintain the museum as a free space for social communication.
Stellungnahme In den vergangenen Wochen gab es mehrere Angriffe auf Kunstwerke in internationalen Museen. Die dafür verantwortlichen Aktivisten unterschätzen die Fragilität dieser unersetzlichen Arbeiten, die es als Weltkulturerbe zu bewahren gilt. Als Museumsdirektorinnen und -direktoren, denen die Werke anvertraut sind, hat uns ihre riskante Gefährdung zutiefst erschüttert.
Museen sind Orte, an denen Menschen unterschiedlichster Hintergründe in einen Dialog treten können und die gesellschaftliche Diskurse ermöglichen. In diesem Sinn sind die Kernaufgaben der Institution Museum – Sammeln, Forschen, Vermitteln und Bewahren – heute relevanter denn je. Wir setzen uns weiter für den unmittelbaren Zugang zu kulturellem Erbe ein. Wir werden Museen als Freiräume gesellschaftlicher Verständigung erhalten.
Déclaration Ces dernières semaines, plusieurs attaques ont été perpétrées sur des œuvres d’art conservées dans les collections de musées de renom international. Les activistes responsables de ces attaques sous-estiment largement la fragilité de ces œuvres irremplaçables qui doivent être préservées car faisant partie intégrante de notre patrimoine culturel mondial. En tant que directrices et directeurs de musées en charge de la conservation de ces œuvres, nous sommes profondément choqués par leur mise en danger inconsidérée.
Les musées sont des lieux où s’établit un dialogue entre des personnes d’horizons très divers et donc des lieux qui contribuent aux échanges sociétaux. De ce fait, les fonctions essentielles du musée – collection, recherche, médiation et conservation – sont plus essentielles et plus pertinentes que jamais. Nous continuerons à nous engager pour offrir à tous un accès direct à notre patrimoine culturel. Nous allons aussi veiller à ce que le musée demeure un espace de liberté pour la communication et l’entente mutuelle.
Declaración En las ultimas semanas hubo varias agresiones a obras de arte en museos internacionales. Los activistas responsables subestiman la fragilidad de estas irreemplazables obras de patrimonio cultural mundial, que deben ser conservadas. Como directoras y directores de museos responsables de las obras, su peligrosidad nos ha conmovido profundamente.
Los museos son lugares en los cuales las personas con diferentes fundamentos pueden entrar en un diálogo y con ello hacen posible el discurso social. En este sentido, las tareas centrales del museo como institución (coleccionar, investigar, compartir y preservar) son ahora más relevantes que nunca. Continuamos ocupandonos de inmediato al acceso hacia la herencia cultural y mantendremos el museo como un espacio libre para comunicación social.
Signatories Evelio Acevedo, Managing Director, Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid
Lasse Andersson, Director, Kunsten Museum of Modern Art Aalborg
Elina Anttila, Director General, The National Museum of Finland, Helsinki
Richard Armstrong, Director, Solomon R. Guggenheim Museum and Foundation, New York
Agustín Arteaga, Director, Dallas Museum of Art
László Baán, General Director, Museum of Fine Arts – Hungarian National Gallery, Budapest
Sebastian Baden, Director, Schirn Kunsthalle Frankfurt
Séverine Berger, Director, Musée de l’Annonciade, Saint-Tropez
Claire Bernardi, Director, Musée de l’Orangerie, Paris
Konrad Bitterli, Director, Kunst Museum Winterthur
Andreas Blühm, General Director, Groninger Museum
Mikkel Bogh, Director, Statens Museum for Kunst, Copenhagen
Frédéric Bußmann, General Director, Kunstsammlungen Chemnitz
Thomas P. Campbell, Director, The Fine Arts Museums of San Francisco
Laurence des Cars, President, Musée du Louvre, Paris
Cécile Debray, President, Musée national Picasso-Paris
Markus Dekiert, Director, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Cologne
Ann Demeester, Director, Kunsthaus Zürich
Roger Diederen, Director, Kunsthalle München
Hartmut Dorgerloh, General Director, Humboldt Forum, Berlin
Michel Draguet, Director General, Royal Museums of Fine Arts of Belgium
Martin Faass, Director, Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Miguel Falomir, Director, Museo Nacional del Prado, Madrid
Diego Ferretti, Director, Mart – Museo d’arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto
Gabriele Finaldi, Director, The National Gallery, London
Die Mitglieder von ICOM Deutschland haben am 4. November 2022 einen Vorstand für die Amtsperiode 2023–2025 gewählt. Felicia Sternfeld wird neue Präsidentin.
Die Mitgliederversammlung von ICOM Deutschland hat am Freitag, dem 4. November 2022, im Rahmen der Jahrestagung im Deutschen Technikmuseum in Berlin einen neuen Vorstand gewählt.
Dr. Felicia Sternfeld (Europäisches Hansemuseum Lübeck) wird neue Präsidentin und die neuen Vorstandsmitglieder sind Prof. Dr. Joachim Baur (Die Exponauten Berlin), Dominik Busch (Staatliche Kunsthalle Baden-Baden), Dr. Claudia Emmert (Zeppelin Museum Friedrichshafen), Dr. Alina Gromova (Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum), Suy Lan Hopmann (Behörde für Kultur und Medien Hamburg) und Dr. Gülsah Stapel (Stiftung Berliner Mauer).
Zum 31. Dezember 2022 scheiden aus dem Vorstand aus: Prof. Dr. Beate Reifenscheid (Ludwig Museum Koblenz), Professor Dr. Michael John Gorman (Biotopia München), Dr. Katrin Janis (Bayerische Schlösserverwaltung), Dr. Rüdiger Kelm (Steinzeitpark Dithmarschen) und Professor Dr. Dr. Markus Walz (HTWK Leipzig). Die Mitglieder danken ihnen für die während der Amtsperiode Januar 2020 bis Dezember 2022 geleistete Vorstandsarbeit.
Mit einem Online-Treffen hat ICOM Deutschland heute ein Partnerschaftsprogramm zwischen Museen in der Ukraine und Deutschland gestartet. Das Projekt soll langfristige, dezentrale Kooperationen einzelner Museen anstoßen. Partnerin auf ukrainischer Seite ist die Initiative OBMIN*. An der Auftaktveranstaltung haben 28 Museen und Kulturverbände teilgenommen. Weitere, regelmäßige Treffen sind geplant. (* Ukrainisch für Austausch)
Seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine haben ukrainische Kulturinstitutionen durch ihre Zerstörung oder Beschädigung traurige Berühmtheit erlangt. Die Ukraine verfügt über rund 5.000 Museen, sieben Welterbestätten, zahlreiche Kirchen und Moscheen und kann somit auf ein facettenreiches kulturelles Erbe verweisen, das nun massiv bedroht ist. Der kulturelle Reichtum, den dieses Land besitzt, erhielt bisher jedoch wenig Sichtbarkeit in der deutschen Kulturlandschaft. Seit Beginn des Krieges steht ICOM Deutschland in engem Austausch und wird diesen nochmals intensivieren. Eine zentrale Frage neben der kriegerischen Bedrohung ist es deshalb, wie man gemeinsame Zukunftspläne für die Museen in der Ukraine umsetzten kann.
„ICOM basiert auf der Idee ‚Stärke durch Gemeinschaft‘ und diese über Grenzen und Kulturen hinweg zu stiften“, sagt Beate Reifenscheid. „Im Rahmen unserer Arbeit im Netzwerk Kulturgutschutz Ukraine haben wir festgestellt, dass es traditionell wenig Kenntnis über die ukrainische Kulturlandschaft gibt, wenig Verbindungen unter den Museen bestehen und besonders kleine Einrichtungen mit Hilfsangeboten schwer zu erreichen sind“, führt die Präsidentin von ICOM Deutschland weiter aus. Daher hat ICOM Deutschland ein Partnerschaftsprogramm zwischen Museen in der Ukraine und Deutschland entwickelt. Kurzfristig zielt das Projekt darauf ab, den ukrainischen Partnermuseen beim Schutz der Sammlungen, aber auch beim Wiederaufbau und der Wiederherstellung der zerstörten Infrastruktur zu helfen. Mittel- und langfristig soll es einen praktischen und methodischen Informationsaustausch geben. Letztendlich sollen sich über das Programm individuelle Partnerschaften entwickeln, die über den Krieg hinaus bestehen und den bilateralen Dialog verstetigen.
Auf der ukrainischen Seite konnte „OBMIN“ – International Plattform for the Cooperation with Ukrainian Museums – als Partner für das Projekt gewonnen werden. Die Initiative besteht aus 16 Museen und elf Zweigstellen aus allen Regionen der Ukraine mit ganz unterschiedlichen Sammlungen, darunter das beschädigte Kunstmuseum in Kharkiv oder die historische Sankt Georgs Kirche in Drohobych, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. „Wir verstehen unsere Initiative auch als einen Brückenschlag zwischen der EU und der Ukraine und wollen das Verständnis für die kulturelle Bereicherung, welche die Ukraine für ganz Europa bedeutet, fördern“, ergänzt Małgorzata Ławrowska – von Thadden, Mitgründerin von OBMIN, nach dem ersten Online-Treffen am 21.09.2022.
Dem Partnerschaftsprogramm können sich noch weitere Museen anschließen. Kontakt bei ICOM Deutschland: Rosa-Lena Bösl, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
Medienkontakt: Claudia Berg Pressearbeit im Auftrag von ICOM Deutschland e.V. This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., Tel.: 01578-7199196
Am 1. Juli 2022 hat die Bundesrepublik Deutschland, in Vertretung durch Kulturstaatsministerin Claudia Roth und Außenministerin Annalena Baerbock, gemeinsam mit der Bundesrepublik Nigeria, in Vertretung durch den Staatsminister für Auswärtige Angelegenheiten, Zubairu Dada, sowie Kulturminister Lai Mohammed, eine Erklärung zur Rückgabe der Benin-Bronzen unterzeichnet. Damit wurde ein wichtiger Schritt für eine Politik der Aussöhnung und Aufarbeitung der Kolonialzeit gemacht, was sich auch in den Ausführungen der Minister*innen Ausdruck fand. Kulturstaatsministerin Roth betonte im Rahmen der feierlichen Ratifizierung und mit Blick auf 120 Jahre Kolonialzeit in verschiedenen Staaten Afrikas: „Als Bundesregierung und Nation bekennen wir uns zu den schrecklichen Untaten des Kolonialismus.“ Mit dieser Vereinbarung zur Rückgabe der Benin-Bronzen und darin einbezogenen Objekte aus dieser Zeit - Skulpturen und Reliefs aus Bronze und Messing sowie Arbeiten aus Elfenbein, Koralle und Holz - sind zentrale Punkte des gegenseitigen Austauschs geknüpft, die den Weg ebnen zu einer intensiven Aufarbeitung und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Bedeutung dieser herausragenden Artefakte bzw. kulturellen Objekte.
Im Zuge einer britischen Strafexpedition wurden 1897 tausende Objekte geraubt, die Königsstadt Benin fast vollständig zerstört und der Königspalast bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Über eine Londoner Auktion Anfang des letzten Jahrhunderts gelangten auch 1130 Objekte aus Benin (im Südwesten des heutigen Nigeria) in deutsche Museen, zumeist in die Ethnographischen Sammlungen. Die Rückgabevereinbarung ist nach 120 Jahren der Beginn einer Dekolonisierung, die letztlich erst 2016 mit Präsident Emmanuel Macrons Versprechen, Objekte aus afrikanischen Staaten vorbehaltlos zurückzugeben, initiiert wurde und eine breite Diskussion in allen ehemaligen Kolonialstaaten auslöste. In Nigeria wird die Rückgabe der Objekte aus Benin nicht nur als Zeichen einer neuen, gleichberechtigten Kooperation gesehen, sondern gibt den Nachfahren der Benin, den Edo, ihre Identität zurück: „Die Idee, diese Gegenstände nach Hause zu bringen, ist nicht nur wichtig für unsere Identität - sie sind ein Teil von uns“, betont Godwin Obaseki, Gouverneur des Staat Edo (im Gebiet des ehemaligen Benin) im Interview mit der DW.
Die Repatriierung der Benin-Bronzen ist für beide Seiten nach Jahrzehnten des Ringens um die Rückgabe der Artefakte ein weitreichender Schritt, dessen Konsequenzen und Tragweite wohl erst in den kommenden Jahren wirklich wahrnehmbar sein werden. Erst von hier aus ist eine Aussöhnung möglich und können Wege geebnet werden, um im gegenseitigen Respekt miteinander an der wissenschaftlichen Aufarbeitung, Interpretation und Vermittlung der historischen Artefakte mitzuwirken. Dies wird in der unterzeichneten Erklärung ausdrücklich artikuliert: „Acknowledging the great artistic, historical and current value of these artefacts for Nigeria, its present and future generations, particularly for the Edo people, as well as their universal importance for humankind, recognising the need to achieve not only the return of objects but also a new understanding of cultural cooperation between Nigeria and Germany.” Damit verbunden ist auch der Wunsch, dass nicht alle Artefakte aus den deutschen Museen zeitnah nach Nigeria zurückkehren müssen, sondern man sich im gegenseitigen Einvernehmen auch auf einen temporären Verbleib verständigen kann (Punkt 5 der Gemeinsamen Vereinbarung: „Both sides intend that German public museums and institutions will continue to display Benin Bronzes on loan as set out in the transfer agreements.“). Unabhängig davon, wo die Artefakte zukünftig gezeigt werden, wird die wissenschaftliche Forschung im gemeinsamen Dialog sicher weitere neue Erkenntnisse bringen. Gegenseitiger Respekt und Bereitschaft auf beiden Seiten, und zwar sowohl innerhalb der Museumswelt als auch auf allen politischen Ebenen, werden dazu beitragen, neue Sichtweisen und Deutungshoheiten zuzulassen. Davon können alle profitieren, und zwar sowohl in den beteiligten Museen als auch in der Weltgemeinschaft. Zu den ersten Ethnographischen Sammlungen, die dieser Rückgabeforderung nachkommen, zählen das Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin, das Linden-Museum in Stuttgart, das Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt in Hamburg, das Rautenstrauch-Joest Museum in Köln sowie das Grassi Museum für Völkerkunde in Leipzig. Museum für Völkerkunde in Leipzig.
In diesen Prozess der Rückgaben aus kolonialen Kontexten ist nicht nur Deutschland eingebunden, sondern auch alle anderen Staaten, die im 19. Jahrhundert durch Überseekolonien ihren Macht- und Wirtschaftseinfluss erweitert hatten. Nicht alle sind aktuell bereit, diesen Rückgabeforderungen zu entsprechen. Insofern hat Deutschland hier einen ersten maßgeblichen Schritt getan, dem andere Staaten ebenso folgen könnten. ICOM International und ICOM Deutschland begleiten seit langem diese Prozesse und fördern die Ansprüche auf Rückgabe vorbehaltlos. Sie sind entscheidend für das Miteinander der Menschen unterschiedlichster Kulturen und für eine gleichberechtigte Sicht auf die Vergangenheit und unser zukünftiges Zusammenarbeiten.
ICOM Deutschland wird seine Mitgliederversammlung 2022 im Rahmen der Jahrestagung am 4. November 2022 um 16.30 Uhr im Deutschen Technikmuseum Berlin abhalten.
Dem dreijährigen Turnus von ICOM entsprechend steht in der Mitgliederversammlung die Wahl des Vorstandes für die Jahre 2023 bis 2025 an. Für die Mitarbeit im Vorstand sind insgesamt sieben Sitze zu vergeben: der/die Präsident/in und sechs weitere Mitglieder. Des Weiteren werden gemäß der Satzung von ICOM Deutschland der/die Kassenprüfer/in sowie dessen/deren Stellvertreter/in gewählt, die nicht dem Vorstand angehören dürfen.
ICOM-Mitglieder, die bereit sind, Verantwortung und Aufgaben zu übernehmen, sind herzlich eingeladen, sich um ein Amt zu bewerben. Es ist wünschenswert, dass sich im Vorstand des Verbandes die Vielfalt der Museumslandschaft in Deutschland ebenso spiegelt wie Alter, Geschlecht und kultureller Hintergrund der dort tätigen Museumsfachleute. Die Liste der Bewerberinnen und Bewerber wird mit der Tagesordnung verschickt und ab Oktober 2022 auf der Webseite von ICOM Deutschland einsehbar sein.
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