Das zur Vorbereitung einer Beschlussvorlage für die Überarbeitung der ICOM-Museumsdefinition eingesetzte „Standing Committee“ in ICOM International, MDPP, wurde im Herbst um mehrere Mitglieder erweitert und hat nach dem Rücktritt der bisherigen Präsidentin nun zwei Co-Vorsitzende bekommen, Lauran Bonilla-Merchav (Puerto Rico) und Bruno Brulon Soares (Brasilien). Das Komitee hat sich zu ICOM Define umbenannt und in einem Webinar am 10. Dezember 2020 sein neues Konzept für das weitere Vorgehen vorgestellt. Diese Veranstaltung konnten Interessierte mit einem vorab an alle ICOM-Mitglieder versendeten Link online mitverfolgen.

ICOM Define legt großen Wert auf Transparenz: Alle zum Entwicklungsprozess gehörenden Dokumente werden den ICOM-Mitgliedern in einer speziellen Sektion des Mitgliederbereichs der ICOM-International-Internetseite zugänglich gemacht. Die Dokumente aus dem bereits zurückgelegten Prozessverlauf liegen dort schon bereit. Die Prezi-Präsentation für das Webinar können alle Interessierten frei anschauen: https://icom.museum/wp-content/uploads/2020/12/ICOM-Define-Methodology.pdf

Das neue Verfahren besteht aus elf Schritten. Eine Sammlung von Definitionsvorschlägen aus den Komitees oder individuell von den Mitgliedern, wie sie 2018 bereits von ICOM International durchgeführt wurde, wird nicht noch einmal stattfinden. Mehrmals werden die Nationalen und Internationalen Komitees direkt eingebunden:

  1. Als Erstes hat ICOM Define einen Bericht aller Komitees darüber erbeten, was diese hinsichtlich der Museumsdefinition seit der Außerordentlichen Mitgliederversammlung in Kyoto unternommen haben. Der Bericht von ICOM Deutschland (PDF) wurde fristgerecht zum 10. Januar 2021 eingereicht.

  2. Bis April sollen sich die Komitees mit ihren Mitgliedern über „Schlüsselbegriffe“ und „Schlüsselkonzepte“ der Museumsdefinition austauschen und dazu bis zu zwanzig Vorschläge einsenden. Diese Aufgabe wurde mit der detaillierten Bewertung vieler Begriffe und Konzepte grundsätzlich bereits in der Mitgliederbefragung von ICOM Deutschland Ende 2019 bearbeitet. Über das ergänzende Vorgehen folgen in Kürze genauere Informationen.

  3. Die analysierten und aufbereiteten Ergebnisse aller Einsendungen zu Schlüsselbegriffen und Schlüsselkonzepten sollen im Juli 2021 zur Verfügung stehen. Alle Komitees sind eingeladen, mit ihren Mitgliedern bis September 2021 an diesen Ergebnislisten zu arbeiten und Kommentare zurückzugeben.

  4. Auf dieser Grundlage will ICOM Define im Februar 2022 etwa fünf Vorschläge für die Neuformulierung der ICOM-Museumsdefinition publizieren; alle Komitees haben bis April 2022 Gelegenheit, ihre Mitglieder zu konsultieren und mitzuteilen, welchen der fünf Vorschläge sie bevorzugen.

Ende August 2022 soll dann eine Außerordentliche Generalversammlung im Rahmen der nächsten ICOM-Generalkonferenz in Prag über den auf diesem Weg gewonnenen Beschlussvorschlag abschließend befinden.

Liebe ICOM-Mitglieder,

vor wenigen Tagen wurde das Humboldt-Forum im Zentrum Berlins eröffnet – wenn auch digital. Wir dürfen diese medial gelungene Eröffnung, an der Interessierte und Freunde aus der ganzen Welt teilgenommen haben, als ein Zeichen der Hoffnung verstehen, denn in Zeiten wie diesen erscheint es fast wie ein Wunder, dass ein Museum – wenn auch digital - der Öffentlichkeit übergeben wurde. Dem digitalen Zugang soll alsbald die physische Realität der Begehung, des Austausches und der unmittelbaren Begegnung mit den Exponaten folgen. Es ist aktuell ein Aufschub auf unbekannte Zeit, aber dennoch in greifbarer Nähe.

Es ist symptomatisch, dass in der aktuellen Pandemie die Museen noch mehr gefordert sind als sonst, aber auch, dass sich zugleich die Gesellschaft selbst darüber bewusst wird wieviel Kultur und Kunst sie für ihr eigenes Lebensverständnis für wichtig erachtet. Es wurde in diesem Jahr der Herausforderungen und Krisen die Frage nach der Systemrelevanz der Museen gestellt – eine kategorische Politikerterminologie. Wo, wenn nicht im Museum, können wir Kultur, Kunst, Natur und Wissenschaft bewahren für zukünftige Zeiten, wer, wenn nicht die Museen, bieten Plattformen der Begegnung, der wissenschaftlichen wie gesellschaftlichen Auseinandersetzung, der Verständigung und des Austausches? Museen bedeuten Kulturelles Erbe, in denen die Gegenwart und die Zukunft verhandelt und gestaltet werden. Als zutiefst humanistische Orte tragen sie wesentlich zur Verständigung der Völker bei.

Wir sind gefordert, diesen Diskurs stärker in die Politik und in die Gesellschaft hinein zu tragen und zu verlebendigen. Die digitalen Medien bieten hierbei ein wichtiges Mittel in der Kommunikation, um die bald wieder mögliche physische Erleben von Exponaten und ihren Kontexten, die reale Begegnung im Museum und die gesellschaftliche Verständigung erfahrbar zu machen.  Auf dieses gemeinsame Miteinander hoffen und vertrauen wir als reale Perspektive für das kommende Jahr. Wir freuen uns auf offene Pforten all unserer Museen und wünschen uns allen einen tiefen gesellschaftlichen Zusammenhalt, der stärker als zuvor über alle physischen und nicht physischen Grenzen hinweg verbindet.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen von Herzen Frohe Festtage und einen guten Start ins neue Jahr.

Herzlichst,

Ihre Beate Reifenscheid

ICOM Deutschland

Die Kulturstiftung der Länder hat eine Kontaktstelle für Sammlungsgut aus Kolonialen Kontexten in Deutschland eingerichtet.

Inzwischen stehen in deutscher und englischer Fassung zur Verfügung:

  1. Die ersten Eckpunkte zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten (PDF)
  1. Das Konzept für die Errichtung und Ausgestaltung einer Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland (PDF)

Die oben genannten Dokumente zusammen mit dem Kontaktformular für Anfragen stehen auf der Webseite der Kontaktstelle zur Verfügung.

Die Kontaktstelle organisiert am 24. November 2020 in digitaler Form eine Konferenz hierzu. Hauptziel dieser Konferenz ist es, die Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland im europäischen wie außereuropäischen Expertenkreis bekannt zu machen und die Vernetzung von Expertinnen und Experten aus Deutschland, Europa und den Herkunftsstaaten und ‑gesellschaften voranzubringen.

ICOM Deutschland arbeitet hier eng mit der Kulturstiftung der Länder zusammen und gibt diese Informationen gerne an seine Mitglieder und den Museumssektor weiter.

Im vergangenen Jahr hat ICOM Deutschland eine Stellungnahme zur EU-Biozid-Verordnung an Monika Grütters übergeben. Darin wird im Namen deutscher Museen an die politischen Entscheidungsträger appelliert, die seit 2017 gültige Biozid-Verordnung (EU 528/2012) zurückzunehmen, so dass in den Museen wie zuvor die Schädlingsbekämpfung durch Stickstoff stattfinden kann. Die Europäische Kommission hat sich auch auf Druck von ICOM Deutschland und weiterer europäischer ICOM-Nationalkomitees daraufhin mit dieser Thematik befasst und ein Verfahren zur Relegalisierung von in-situ-generiertem Stickstoff zum Schutz des kulturellen Erbe gebilligt.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) hat nun stellvertretend den erforderlichen Fördermittelantrag zur Erledigung der Produktzulassung und der permanenten Wirkstoffgenehmigung für in-situ-generierten Stickstoff bei der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) gestellt. Mit diesen Mitteln soll die erforderliche Beauftragung eines Beratungsunternehmens ermöglicht werden, um formal und inhaltlich anwendbare Anträge bei der Bundesstelle für Chemikalien der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin  (BAuA) baldmöglichst einreichen zu können.

Wir freuen uns über die konstruktive Zusammenarbeit und dieses wichtige Zwischenergebnis.

Der aktuelle Band unserer Reihe „Beiträge zur Museologie“ ist nun online verfügbar.

Tagungsband des Internationalen Bodensee-Symposiums 2018

Die Menge und die Vielfalt der Museen wachsen stetig, doch was sind die „harten Kriterien“, die Museen von Nicht-Museen unterscheiden? Das deutsch-schweizerisch-österreichische Bodensee-Symposium 2018 diskutierte an Fallbeispielen interessante Grenzziehungen durch Outsourcing von Leistungen, für die dem einzelnen Museum die Kompetenzen fehlen, durch klaren Verzicht auf vor Ort nicht zu erfüllende „Museums-Kernaufgaben“ sowie durch externe Qualitätsprüfung und Zertifizierung, ob das Institut den Ansprüchen an ein Museum genügt (oder nicht). Am Schluss stehen Perspektiven auf die Museumsdefinition von Verantwortlichen aus museumsverwandten Einrichtungen (Privat-, Universitäts- und Unternehmenssammlungen).

Eine Druckversion kann ab kommendem Monat bezogen werden.

Download über arthistoricum.net

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